4. Hilfsmittel

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  • Hilfsmittel sind Gegenstände, die erforderlich sind, um durch ersetzende, unterstützende oder entlastende Wirkung einen Krankheitsverlauf zu begleiten oder - wie im Falle einer Armamputation - eine Beeinträchtigung auszugleichen. Zuerst gilt es die verbliebenen Ressourcen - den Armstumpf - zu nutzen und neue Kompensationsstrategien zu entwickeln. Erst wenn diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind, werden Hilfsmittel hinzugezogen und nur, wenn unbedingt nötig, die Hilfe anderer Personen in Anspruch genommen.
  • Da beidhändige Tätigkeiten immer nur eingeschränkt mit einer Hand durchführbar sind, ist eine frühzeitige Versorgung mit folgenden - zum Teil selber herstellbaren - Hilfsmitteln sinnvoll.
  • Hinweis: Im Bereich "Hilfsmittel" gibt es Überschneidungen mit der Rubrik "Aktivitäten des Alltags", da die verschiedenen Hilfsmittel eben gerade dort zum Einsatz kommen.
Selbsthilfe in der Frühphase: So lange die prothetische Versorgung noch nicht erfolgt ist, können Hilfsmittel auch selber konstruiert werden. Dazu lässt sich sehr gut thermoplastisches Schienenmaterial nutzen. Hier wurde eine Halterung aus Klett- und Schlaufenband am Stumpf befestigt, um die Fernbedienung, Besteck oder die Zahnbürste zu benutzen. © M. Grewohl, MHH
Halterung am Unterarm aus thermoplastischen Material für Besteck. © M. Grewohl, MHH
Becherhalterung mit thermoplastischem Material an Unterarm fixiert; Halterung für den Unterarm zur Fixierung von diversen Gegenständen; Becher-/Tassenhalterung mit einer selbsthaftenden Binde. © M. Grewohl, MHH
Antirutschfolie: Diese verhindert das Wegrutschen von Tellern, Schalen und vielem anderen. Eine gute Antirutschfolie hat eine Haltekraft die ausreicht um mit einer Hand eine Trinkflasche öffnen zu können. Sie ist relativ günstig und vielfältig einsetzbar. © M. Grewohl; O. Seifert, MHH
Frühstücksbrett: Mit einer Hand ein Brot zu schmieren ist ohne Hilfsmittel sehr schwierig. Ein Frühstücksbrett hat einen erhöhten Rand und kann am Tisch mit Saugnäpfen oder einer Schraubzwinge befestigt werden. Meistens haben sie auch noch eine Vorrichtung zum Aufspießen eines Brötchens oder anderer Speisen um diese schneiden zu können. © M. Grewohl; O. Seifert, MHH
Schuhanziehhilfen: Um sich auch einhändig die Schuhe anziehen zu können, gibt es vom einfachen Schuhanzieher bis zum BOA-Verschluss verschiedenen Möglichkeiten. © S. Paulyn, Brandes & Diesing; O. Seifert, MHH
Knöpfhilfe: Sind die Knöpfe zu klein, um sie einhändig zu schließen, kann eine Köpfhilfe verwendet werden. Diese kann man sich auch relativ einfach selber bauen (z.B. mit Hilfe einer großen Büroklammer oder eines festeren Drahtes). © S. Paulyn, Brandes & Diesing
Haarebinden und -föhnen: Einhänder-Haarspange eignen sich für Langhaarfrisuren. Eine Halterung für den Haarföhn erleichtert das Föhnen. © M. Grewohl; O. Seifert, MHH
Nagelbürste, -feile und Knipser mit Saugnapf: Feile und Bürste lassen sich mit einer Hand gut nutzen. Der Nagelknipser lässt sich mit nur einer Hand nicht nutzen, kann aber mit dem Stumpf oder der Prothese bedient werden, es gibt aber auch Modelle die mit dem Fuß zu bedienen sind. © M. Grewohl; O. Seifert, MHH
Brett mit Klemmvorrichtung: Diese sind etwas größer und haben einen Klemmgriff, um z.B. Brot oder Gemüse schneiden zu können. Oft gibt es noch eine eingebaute Reibe und andere Befestigungsmöglichkeiten. Um gekochte Speisen abzugießen, kann man den Topf mit einem Lappen an einem Griff halten und auf der Kante der Spüle absetzen. Den Inhalt gießt man direkt in ein Sieb. © O. Seifert, MHH
Apfel- und Kartoffelschäler mit Saugnapfbefestigung. Anschließend kann der Apfel- oder die Kartoffel mit einem entsprechenden Apfelschneider zerteilt werden. © M. Grewohl, MHH
Arbeitsplatzeinrichtung mit iPad und Handy (inklusive Halterung und Anti-Rutsch-Folie); Stift- oder Touchpen-Halterung aus thermoplastischem Material individuell angepasst. © M. Grewohl, MHH
Für das Bedienen eines Smartphones oder Tablets bietet sich eine Halterung an, die flexibel am Tisch oder Regal befestigt werden kann, so dass eine Hand zum Tippen reicht. Natürlich kann das Handy auch einfach auf eine rutschfeste Unterlage gelegt werden. © O. Seifert, MHH