2. Stumpfschmerz

Reiter

  • Stumpfschmerz sind nozizeptive oder neuropathische Schmerzen mit lokalem Bezug zum Amputationsstumpf. Das schmerzhafte Gewebe muss im Bereich des Stumpfes liegen.
  • Im Gegensatz zum Wundschmerz, der sowohl örtlich als auch zeitlich mit der OP-Wunde zusammenhängt und üblicherweise einen nozizeptiven Schmerzcharakter aufweist, ist der Stumpfschmerz auch darüber hinaus möglich und kann ebenfalls einen neuropathischen oder gemischten Schmerzcharakter aufweisen.
  • Ursachen hierfür sind z.B. sekundäre Neurome, nervale Irritation, Druckstellen/Dekubiti durch Schaftreibung, nozizeptive Druckschmerzen durch das Knochenresiduum bei Lastübernahme (Gewichtsbelastung), z.B. durch scharfe Knochenkanten.
  • Bei neu auftretenden Stumpfschmerzen ist an Wundinfektionen (bei noch heilenden Wunden) oder postoperative und immobilitätsbedingte Thrombosen zu denken.

Therapie

  • Die Therapie richtet sich nach dem Schmerzcharakter und eventuellen Schmerzursachen. Unterschieden wird zwischen Belastungsabhängigen Stumpfschmerzen (z.B. Irritation mit Schaft / Druckstellen) und belastungsunabhängigen Stumpfschmerzen (z.B. Neurome, nervale Irritation).
  • Bei belastungsabhängigen Stumpfschmerzen sollte immer eine weiterführende Diagnostik durchgeführt (z.B. Röntgen im Stehen im Schaft), Druckstellen evaluiert werden und ggf. eine Schaftanpassung erfolgen.
  • Bei belastungsunabhängigen Stumpfschmerzen erfolgt die Schmerztherapie gemäß den Grundlagen (siehe Kapitel "Schmerzen")
    • WHO-Stufenschema
    • Co-Analgetika
    • Physikalische Therapieverfahren
    • Entspannungsverfahren und Imagination