Stumpfschmerz sind nozizeptive oder neuropathische Schmerzen mit lokalem Bezug zum Amputationsstumpf. Das schmerzhafte Gewebe muss im Bereich des Stumpfes liegen.
Im Gegensatz zum Wundschmerz, der sowohl örtlich als auch zeitlich mit der OP-Wunde zusammenhängt und üblicherweise einen nozizeptiven Schmerzcharakter aufweist, ist der Stumpfschmerz auch darüber hinaus möglich und kann ebenfalls einen neuropathischen oder gemischten Schmerzcharakter aufweisen.
Ursachen hierfür sind z.B. sekundäre Neurome, nervale Irritation, Druckstellen/Dekubiti durch Schaftreibung, nozizeptive Druckschmerzen durch das Knochenresiduum bei Lastübernahme (Gewichtsbelastung), z.B. durch scharfe Knochenkanten.
Bei neu auftretenden Stumpfschmerzen ist an Wundinfektionen (bei noch heilenden Wunden) oder postoperative und immobilitätsbedingte Thrombosen zu denken.
Therapie
Die Therapie richtet sich nach dem Schmerzcharakter und eventuellen Schmerzursachen. Unterschieden wird zwischen Belastungsabhängigen Stumpfschmerzen (z.B. Irritation mit Schaft / Druckstellen) und belastungsunabhängigen Stumpfschmerzen (z.B. Neurome, nervale Irritation).
Bei belastungsabhängigen Stumpfschmerzen sollte immer eine weiterführende Diagnostik durchgeführt (z.B. Röntgen im Stehen im Schaft), Druckstellen evaluiert werden und ggf. eine Schaftanpassung erfolgen.
Bei belastungsunabhängigen Stumpfschmerzen erfolgt die Schmerztherapie gemäß den Grundlagen (siehe Kapitel "Schmerzen")