1. Wundschmerz

Reiter

  • Die postoperative Schmerztherapie des Wundschmerzes gliedert sich in folgende Bausteine:
    • Nozizeptiver (inflammatorischer) Schmerz an der Wunde
    • Schmerz durch Spannung bei Ödembildung/Schwellung
    • Neuropathischer Schmerz durch durchtrennte Nerven

  • Therapie des Nozizeptiven Schmerzes:
    • Bei hohen Schmerzen lokal kann topisch mittels Xylocain-Gel eine Analgesie geschaffen werden.
    • Ähnliches ist durch Kälteanalgesie zu machen (=Kühlung). Dabei ist auf Kältenekrosen zu achten. Keine direkte Kälte (z.B. Eis) auf die Wunde und Kältetherapie immer nur kurz (<15min), dafür dann repetitiv im Tagesverlauf
    • Medikamentös nach WHO-Stufenschema
  • Therapie des Schmerzs durch Spannung bei Ödembildung/Schwellung:
    • Eine frühe Kompression fördert die Stumpfheilung und reduziert die Ödembildung.
      • Wickelung des Stumpfes täglich
      • VIDEO
    • Der Stumpf sollte möglichst mehrfach am Tag hoch gelagert werden um den venösen und lymphatischen Abfluss zu verbessern.
      • Dabei aber immer im Wechsel auch Dehnung Iliopsoas = Hüftbeugekontraktur-Prophylaxe!
  • Therapie des neuropathischen Schmerz
    • Antikonvulsiva (Pregabalin oder Gabapentin) als Ko-Analgetikum frühzeitig eindosieren
    • Bei starken neuropathischen Schmerzen (brennen, stechen, Phantomschmerz)
    • Calcitonin-Infusionen oder Injektionen (intramuskulär) können kurzfristig versucht werden (vorab Serumkalzium bestimmen).
      • Pragmatisches Schema wäre 100I.E. Lachs-Calcitonin i.v. (in 250ml NaCl) oder i.m 1x täglich für eine Woche.  Anschließend Serumkalzium bestimmen und ggf. ausgleichen.
        • ODER:
      • Ketamin oder S-Ketamin (als Kurzinfusion, z.B. 0,1 mg/kg Bolus gefolgt von Dauerinfusion mit 0,4 mg/KG/h) einmal täglich. Maximal für eine Woche.
    • Antidepressiva (besonders Duloxetin)