Die postoperative Schmerztherapie des Wundschmerzes gliedert sich in folgende Bausteine:
Nozizeptiver (inflammatorischer) Schmerz an der Wunde
Schmerz durch Spannung bei Ödembildung/Schwellung
Neuropathischer Schmerz durch durchtrennte Nerven
Therapie des Nozizeptiven Schmerzes:
Bei hohen Schmerzen lokal kann topisch mittels Xylocain-Gel eine Analgesie geschaffen werden.
Ähnliches ist durch Kälteanalgesie zu machen (=Kühlung). Dabei ist auf Kältenekrosen zu achten. Keine direkte Kälte (z.B. Eis) auf die Wunde und Kältetherapie immer nur kurz (<15min), dafür dann repetitiv im Tagesverlauf
Medikamentös nach WHO-Stufenschema
Therapie des Schmerzs durch Spannung bei Ödembildung/Schwellung:
Eine frühe Kompression fördert die Stumpfheilung und reduziert die Ödembildung.
Der Stumpf sollte möglichst mehrfach am Tag hoch gelagert werden um den venösen und lymphatischen Abfluss zu verbessern.
Dabei aber immer im Wechsel auch Dehnung Iliopsoas = Hüftbeugekontraktur-Prophylaxe!
Therapie des neuropathischen Schmerz
Antikonvulsiva (Pregabalin oder Gabapentin) als Ko-Analgetikum frühzeitig eindosieren
Bei starken neuropathischen Schmerzen (brennen, stechen, Phantomschmerz)
Calcitonin-Infusionen oder Injektionen (intramuskulär) können kurzfristig versucht werden (vorab Serumkalzium bestimmen).
Pragmatisches Schema wäre 100I.E. Lachs-Calcitonin i.v. (in 250ml NaCl) oder i.m 1x täglich für eine Woche. Anschließend Serumkalzium bestimmen und ggf. ausgleichen.
ODER:
Ketamin oder S-Ketamin (als Kurzinfusion, z.B. 0,1 mg/kg Bolus gefolgt von Dauerinfusion mit 0,4 mg/KG/h) einmal täglich. Maximal für eine Woche.